Weihnachten ohne Kind – Wie sich Weihnachten nach einer Trennung wirklich anfühlt

Weihnachten
Jetzt teilen auf:

Weihnachten nach der Trennung – das erste Mal ohne das eigene Kind

Diese „besonderen“ Tage stehen wieder vor der Tür.

Und ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich versuche Weihnachten jedes Jahr so lange zu ignorieren, bis es irgendwann einfach nicht mehr geht.

 

Wechselmodell: Wenn Feiertage fair geregelt sind – aber sich nicht fair anfühlen

Klassisch und vermeintlich fair aufgeteilt erlebe ich es am häufigsten so:
Ein Elternteil hat das Kind an Heiligabend, dann wird am 1. oder 2. Weihnachtstag getauscht – und dafür ist das Kind an Silvester beim anderen Elternteil. Diese Abfolge bleibt dann meist Jahr für Jahr gleich.

Alles schön und gut. Fair geregelt.
Aber auf einem ganz anderen Blatt steht die Frage, wie man diesen Zustand psychisch eigentlich bewältigen soll. Denn solche „Familienfeste“ ohne den wichtigsten Menschen – nämlich die eigenen Kinder – zu erleben, ist eine Herausforderung, über die man sich im Trennungskontext oft viel zu wenig Gedanken macht.

 

Zwei Kinder, zwei völlig unterschiedliche Ausgangslagen

Auch ich habe mir darüber bei meinen Trennungen nie wirklich Gedanken gemacht. Mit meiner Tochter war das Thema lange kein großes, da ihr Vater nie besonders viel Interesse an ihr hatte und ich sie somit 24/7 hatte – auch an den Feiertagen.
Ganz anders war und ist es jedoch bei meinem Sohn.

Er hat einen Vater, der großes Interesse an ihm hat. Wir gehen im Grunde fair miteinander um, unser Sohn lebt im Wechselmodell – und dementsprechend werden auch die Feiertage fair aufgeteilt. Genau nach dem Prinzip, das ich oben beschrieben habe.

 

Gemeinsame Weihnachten – und das plötzliche Ende

Die ersten Weihnachtsfeste nach der Trennung waren tatsächlich noch entspannt, weil wir Weihnachten gemeinsam für und mit unserem Sohn gefeiert haben.
Doch nachdem der Vater meines Sohnes eine neue Frau an seiner Seite hat – und meine Anwesenheit an Weihnachten mutmaßlich nicht mehr so willkommen war – feiern wir nun das vierte Jahr in Folge getrennt.

Und ich sage es ganz ehrlich: Das erste Mal war nicht schön.

 

Das erste Weihnachten ohne Plan und ohne Plan B

Viel zu kurz vor Weihnachten teilte mir der Vater plötzlich mit, dass er dieses Jahr nicht gemeinsam feiern möchte. Zum Glück gibt es in solchen Momenten – hoffentlich auch bei euch – noch Großeltern.

Ein Anruf: „Können wir spontan bei euch feiern?“
Antwort: „Natürlich!“

Also hieß es: meine Enttäuschung runterschlucken, meinem Sohn nichts davon zeigen und seine Fragen, warum Papa dieses Jahr nicht mit uns feiert, ruhig und positiv beantworten. Seinen Vater neutral bis wohlwollend darstellen.

Gesagt, getan. Mit Sack und Pack und allen Geschenken zu meinen Eltern – und am Ende war Weihnachten doch noch schön.

 

 

Wenn das Kind an Weihnachten wirklich fehlt

Im Jahr darauf war ich weniger ambitioniert, denn es sollte das erste Weihnachten so richtig ohne meinen Sohn werden. Meine Tochter war bei mir – selbstverständlich. Und trotzdem fehlte mein Sohn. Und ganz ehrlich: Er fehlte uns sehr.

Die Idee mit den Großeltern ließ sich dieses Jahr nicht umsetzen – sie wohnten zu weit weg für ein „mal eben hinfahren“, denn mein Sohn sollte am ersten Weihnachtstag dann zu mir kommen.

Heiligabend war extrem ungewohnt, und ich kann wirklich nicht sagen, dass ich es genossen habe. Einer dieser Tage, die nicht leicht zu ertragen sind. Und das selbst für mich, obwohl Weihnachten für mich eigentlich nie besonders wichtig war.

Aber meine Tochter und ich haben dennoch das Beste daraus gemacht.
Kirche. Leckeres Essen. Geschenke auspacken. Danach ein Weihnachtsfilm mit einer Tüte Chips auf dem Sofa.

Und trotzdem: Er fehlte.

 

 

Ein Weihnachten, das sich wieder richtig anfühlte

Letztes Jahr war mein Sohn dann wieder bei mir – und das war einfach richtig schön.
Wie eine Einheit, die an so einem Tag zusammengehört. Es war wie immer. Nur ohne Mann an meiner Seite. Und trotzdem: es war gut. Es war stimmig.

 

 

Gewöhnung, neue Rituale und unerwartete Pläne

Und dieses Jahr?
Dieses Jahr ist mein Sohn wieder bei seinem Vater, und ich bekomme ihn am 2. Weihnachtstag zurück. Es ist nun das vierte Jahr getrennte Weihnachten – und ich kann ehrlich sagen: Ich habe mich daran gewöhnt.

Es ist anders und es wird anders bleiben.

Meine Tochter und ich werden – wie jedes Jahr – gemeinsam in die Kirche gehen und anschließend gemeinsam essen und die Geschenke auspacken. Danach ist sie dieses Jahr verabredet – und auch ich habe mich abends mit einer Freundin verabredet.
Wir Single-Ladys 😊.

Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal an Heiligabend ausgehen würde. Für mich war das immer ein reiner Familientag – seit der Geburt meiner Tochter und damit seit 19 Jahren.
Aber sie ist inzwischen in einem Alter, in dem sich Prioritäten verschieben. Und ganz ehrlich: Warum sollte ich abends alleine auf der Couch sitzen? Vielleicht berichte ich euch in meinem nächsten Post mehr dazu…. 

Fazit: Weihnachten nach Trennung – anders, aber nicht schlechter 

Getrennte Weihnachten bleiben anders. Wahrscheinlich immer.

Aber sie müssen nicht zwangsläufig schlecht sein. Mit jedem Jahr wird es ein kleines bisschen leichter, neue Wege zu finden, neue Rituale zuzulassen und auch gut für sich selbst zu sorgen.

Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis:
Familie verändert sich – aber Nähe, Liebe und Verbundenheit bleiben. Manchmal eben nur in einer anderen Form.