Mental Load bei Müttern: Was jetzt wirklich helfen kann

Mental Load bei Mütter
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Mental Load bei Müttern – und was jetzt?

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber dieses Wort „Mental Load“ triggert mich mittlerweile. Ich mag es inzwischen kaum noch hören und denke immer: „Ja, wenn es doch gesellschaftlich bekannt ist, dass Mütter so einen hohen Mental Load haben, dann macht doch mal irgendwas.“

Und ich denke, genau das ist der Punkt: Wir denken, hoffen und wünschen uns, dass andere irgendetwas für uns machen, damit es uns besser geht. Aber das Leben funktioniert leider nicht so.

Und – liebe Mamas – wir müssen hier wirklich mal drüber reden. Denn dass viele Mütter ihr Leben über der eigenen Belastungsgrenze führen, ist klar. Und ich vermute auch: Wenn du diesen Text jetzt liest, suchst du gerade nach irgendetwas, was dir hilft, deine Belastung zu reduzieren. Ganz nach dem Motto: „Irgendetwas wird’s schon geben.“

Denn – liebe Mamas – genau an diesem Punkt hängen viele von uns irgendwann. Und ich finde, dass es sich anfühlt wie eine Zwickmühle aus der man nicht rauskommt.

Aufgeben? Keine Option. Es hängen zu viele Personen dran.

Weitermachen? Fühlt sich irgendwie zu heftig an.

Hilfe holen? Hmm, guter Punkt. Aber wo setze ich da an?

Herzlichen Glückwunsch – die Zwickmühe sitzt!

 

Mental Load – mein persönlicher Trigger – und nun?

An sich triggern einen doch nur Sachen/Wörter oder Menschen, weil sie etwas in einem berühren, von dem wir (warum auch immer) nichts hören wollen.

Vielleicht triggert mich also persönlich dieses Wort deshalb nur so sehr, weil es mir ziemlich deutlich vor Augen führt, auf welchem Pensum mein eigenes Leben immer wieder läuft? Ist das bei dir vielleicht sogar so ähnlich?

Und gleichzeitig weiß ich manchmal gar nicht, was genau ich jetzt eigentlich verändern soll, damit es bitte, bitte sehr schnell wieder besser geht. Ich hätte so gerne eine Wunderheilung über Nacht. Du auch?

Aber seien wir doch mal ehrlich: Die Kinder sind da. Der Job ist da. Meine Partnerschaft – oder eben die Tatsache, dass ich keine habe – ist Teil meines Lebens. Und nichts davon möchte ich einfach streichen. Abgesehen vielleicht von der fehlenden Partnerschaft, denn das möchte ich manchmal schon streichen. 😉

Meine Kinder haben ihre Hobbys. Und natürlich möchte ich ihnen diese ermöglichen, auch wenn ich nicht jedes Mal begeistert davon bin, wenn wieder irgendwo eine Sporttasche gepackt werden muss und ich zum nächsten Termin fahren darf.

Dann gibt es Arzttermine. Schule. Hausaufgaben. Elternabende. Einkaufen. Haushalt. Geburtstage. Zahnarzt. Wäsche. Papierkram. Und ungefähr 847 Dinge, die irgendwo zwischen „muss erledigt werden“ und „wäre schön, wenn es nicht liegen bleibt“ herumschwirren.

Also frage ich mich manchmal ganz ehrlich:

Wo genau soll ich meinen Mental Load denn reduzieren?

Bei den Kindern?

Bei den Hobbys?

Bei der Schule?

Bei den Arztterminen?

Beim Job?

Natürlich gibt es Dinge, die ich abgeben kann. Natürlich kann ich Aufgaben verteilen, Hilfe annehmen, Erwartungen hinterfragen und auch mal etwas liegen lassen. Aber irgendwann bleibt trotzdem mein Leben übrig. Und dieses Leben besteht nun einmal aus Verpflichtungen.

Ich kann meinen Kindern nicht sagen: „Tut mir leid, heute fällt dein Hobby aus. Mama hat zu viel Mental Load.“

Ich kann nicht jeden Arzttermin absagen, weil mein Kalender schon voll ist.

Und ich kann auch nicht morgens aufstehen und beschließen, dass Schule, Arbeit und Haushalt ab heute einfach nicht mehr stattfinden.

Das klingt vielleicht ernüchternd. Vielleicht sogar ein bisschen unromantisch. Aber ich glaube, genau da liegt für mich ein wichtiger Punkt in der ganzen Mental-Load-Debatte:

Nicht alles, was uns belastet, lässt sich aus unserem Leben entfernen.

Und vielleicht müssen wir deshalb aufhören, uns einzureden, dass unser Leben irgendwann komplett stressfrei sein wird, wenn wir nur endlich die richtige Methode gefunden haben.

Denn vielleicht ist das gar nicht das Ziel.

Vielleicht geht es vielmehr darum, mit einem vollen Leben so umzugehen, dass wir selbst darin nicht verloren gehen – und dabei immer auch im Blick zu behalten:

Ich habe mich selbst für dieses Leben entschieden, indem ich mich für Kinder entschieden habe.

 

Mental Load reduzieren: Was können wir wirklich verändern?

Ich habe keine zehn Tipps für euch, wie ihr euer Leben in Bullerbü verwandelt. Denn ganz ehrlich: Ich wüsste selbst nicht, wie das funktionieren soll. (Außer natürlich, wir streichen die Hobbys der Kinder, schicken sie nicht mehr zur Schule und sagen sämtliche Pflichttermine beim Arzt ab. Dann hätten wir tatsächlich deutlich weniger Termine).

Aber ich vermute, das ist nicht unbedingt die Lösung, nach der die meisten von uns suchen.

Was also tun?

Vielleicht beginnt es mit einem anderen Gedanken.

Nicht:

„Mein Mental Load ist zu hoch. Ich muss mein Leben ändern.“

Sondern:

„Mein Leben ist gerade voll. Und wenn es mir zu viel wird, muss ich mich darum kümmern, dass auch ich darin vorkomme.“

Das ist für mich ein entscheidender Unterschied.

Ich habe es in der Hand, mein Leben zu formen. Dafür ist niemand anderes als ich selbst verantwortlich: kein Partner, nicht die Gesellschaft und vor allem nicht meine Kinder.

 

Ein Rückblick an meinen persönlich tiefsten Mental Load-Punkt

Liebe Mamas, glaubt mir: Ich war an dem Punkt, an dem ich dachte: Bis hierhin und nicht weiter. Das war ein richtig beschissenes Gefühl. Ein Gefühl zwischen: „Ich habe versagt. Ich hab’s nicht geschafft. Ich bin nicht stark genug. Mir ist alles zu viel.“

Die Erkenntnis, was ich nun tun kann, kam langsam – schleichend langsam.

Aber Step by Step wurde es besser. Ich habe Dinge in mein Leben integriert, die sich heute auszahlen und meinen persönlichen Mental Load nahezu vernichtet haben. Ich denke mittlerweile, dass Mental Load nicht die Frage bedeutet: „Wie bekomme ich weniger auf meine Liste?“

Sondern schlichtweg: „Wie gehe ich mit der Liste um, die zu meinem Leben gehört?“ Denn das Leben ist nicht gegen uns.

Wir haben Entscheidungen getroffen und tragen damit auch Verantwortung für unser Leben. Dies ist unser Leben!

Ich habe mich auf jeden Fall damit auseinandergesetzt und für mich ein paar Dinge verändert.

 

Mein Weg raus aus dem Mental Load-Loch

Wie gesagt, an dem Punkt, an dem bei mir nichts mehr ging, ging es mir echt nicht gut und ich habe tatsächlich aus dieser „Not“ heraus, eine Entscheidung getroffen, die gefühlt eine Lawine in Gang gesetzt hat – aber im positiven Sinne.

Der Hintergrund: 

Ich persönlich mag es, meine Wohnung in einem sauberen Zustand zu haben.

Und auch wenn ich jetzt nicht täglich unangemeldeten Besuch bekomme, möchte ich meine Wohnung in einem Zustand von Ordnung wiederfinden. Irgendwie brauche ich das: wenn im Außen alles geordnet ist, kommt mein Inneres zur Ruhe.

Da ich nicht alleine in meiner Wohnung lebe, sondern bekanntermaßen noch meine Tochter und mein Sohn mit mir zusammenleben, finde ich, dass auch diese beiden tollen Persönlichkeiten durchaus ein schlaues Köpfchen und zwei Hände haben.

Also durften sie sich während eines gemeinsamen Abendessens entscheiden, welcher Teil der Hausarbeit ab sofort in ihre Verantwortung fällt. Nach anfänglicher Skepsis und der Frage, ob ich vielleicht nicht mehr alle Sinne beisammen hätte, erkannten sie aber, dass ich es wirklich ernst meinte und willigten ein:

Mein Sohn wählte Staubsaugen und meine Tochter das Ausräumen der Spülmaschine.

Und was soll ich sagen?

Es klappt. 😊

Und ehrlicherweise hat diese Aufgabenverteilung gleichzeitig noch ein paar weitere Aspekte dazugewonnen: Meine Kinder lernen Selbstwirksamkeit und Verantwortungsübernahme Und das sind – insbesondere in der heutigen Zeit – Aspekte, die nun wirklich nicht schaden können. Allein durch diese kleine Rollenverteilung wurde mir etwas Druck genommen.

Das hört sich wenig an?

Probiert es aus! Hausarbeit abgeben: Auch Kinder können Verantwortung übernehmen!

Denn während beispielsweise mein Sohn die Wohnung staubsaugt, kann ich das Abendessen in Ruhe wegräumen und die Küche sauber machen. Wenn mein Sohn fertig ist, bin auch ich fertig und wir können uns gemeinsam fürs Bett fertig machen.

Und die Wohnung ist sauber.

Eine kleine Veränderung – aber für mich macht sie einen Unterschied.

 

Mental Load reduzieren bedeutet auch: Zeit für mich einplanen.

Ein anderes, klassisches Beispiel ist, dass ich meinen Sohn immer wieder gerne nachmittags verabreden lasse und mir in dieser Zeit nichts vornehme. Ich kann dann tatsächlich einfach zwei Stunden auf dem Sofa liegen und nichts tun. Und das tut gut! Es ist vielleicht nicht so befriedigend wie das Putzen des Badezimmers. Aber es entspannt.

Und vielleicht ist genau das etwas, was wir Mamas wieder lernen dürfen:

Nicht jede freie Minute muss produktiv sein.

Nicht jede Pause muss dafür genutzt werden, noch schnell etwas zu erledigen. Manchmal darf eine Pause einfach eine Pause sein.

 

Was können wir gegen Mental Load bei Müttern tun?

Ich denke, liebe Mamas, wir müssen uns selbst wieder ein Leben erschaffen, in dem wir uns wohlfühlen. Ein Leben, in dem wir ausbrechen aus dem:

„Mir wird alles zu viel.“

Und hin zu: „Okay, es ist, wie es ist. Machen wir das Beste daraus.“

Wir können darauf warten, dass eine nette Fee vorbeischwebt und die Arbeit für uns erledigt. Oder aber wir können es selbst in die Hand nehmen. Ich habe mich für Letzteres entschieden. Und zwar immer. 😊

Das bedeutet nicht, dass plötzlich alles leicht ist. Es bedeutet auch nicht, dass ich nie wieder überfordert bin. Aber es bedeutet, dass ich nicht darauf warten möchte, dass sich mein Leben von alleine verändert.

Ich möchte selbst entscheiden, was ich verändern kann. Welche Aufgaben ich abgeben kann. Welche Erwartungen ich loslassen darf. Wo ich Hilfe annehmen kann.

Und vor allem: Wo ich selbst in meinem eigenen Leben wieder mehr Raum bekomme.

Denn vielleicht geht es beim Thema Mental Load bei Müttern am Ende gar nicht darum, ein Leben ohne Belastungen zu führen. Vielleicht geht es darum, ein Leben zu führen, in dem auch wir selbst noch vorkommen. Und genau dabei möchte ich dich unterstützen.

Wenn du merkst, dass du gerade nicht weißt, wo du anfangen sollst, dann melde dich gerne bei mir.

In meinen Coachings und Beratungen helfe ich dir dabei, wieder die Version von dir selbst zu werden, die du sein möchtest.