Eine der am häufigsten gestellten Fragen bei Besichtigungen in meiner Kita oder auch in meiner Arbeit als Erziehungsberaterin ist:
„Woran erkenne ich denn, dass die Eingewöhnung gut verläuft?“
Ich finde, dass diese Frage absolut berechtigt ist. Denn insbesondere beim ersten Kind ist ja nun wirklich alles erst einmal neu. Und gerade wenn ein Kind von einer fremden Person betreut wird, werden die eigenen Gefühle noch einmal ganz schön auf den Kopf gestellt.
ABER: Um es vorwegzunehmen → JA, es gibt sie … diese magischen kleinen Dinge, woran ihr direkt erkennen könnt, dass die Eingewöhnung gut verläuft
1) Euer Kind lässt sich von der Erzieher*in trösten
Normalerweise seid ihr die Ersten, zu denen das Kind läuft, wenn es hingefallen ist, ihm oder ihr die Schaufel weggenommen wurde oder wenn die Welt gerade einfach zu gemein, groß und angsteinflößend erscheint.
Und nun erlebt ihr, dass sich euer Kind auch von der Erzieher*in trösten lässt.
Vielleicht erlebt ihr dabei selbst kleine Gefühle von Eifersucht – was auch vollkommen okay ist. Aber am Ende des Tages heißt es: „Super gemacht! Euer Kind hat Vertrauen gefunden!“ Und genau das braucht es, um den Alltag ohne euch gut zu meistern.
2) Euer Kind erforscht den Raum, die Kita und wirkt dabei entspannt
Euer Kind fängt langsam an, sich von euch wegzubewegen, krabbelt oder läuft im Raum herum und erforscht alles ganz genau. Vielleicht fängt es auch an zu spielen, holt sich ein Buch und möchte immer mehr von der neuen Umgebung kennenlernen.
Dabei schaut es euch immer mal wieder an, aber im Grunde wirkt es total entspannt. Der neue Raum wirkt nicht beängstigend auf das Kind, sondern wird neugierig entdeckt.
3) Euer Kind zeigt Interesse an anderen Kindern
Dieses Interesse zeigt euch oft schon vor dem eigentlichen Kita-Start, dass das Kind bereit ist: Es interessiert sich für andere Kinder, krabbelt zu ihnen hin und macht ihnen etwas nach oder zeigt ihnen etwas vor – es geht also auf irgendeine Art und Weise in Interaktion mit anderen Kindern.
Das ist ein Moment, in dem man grundsätzlich sagen kann, dass ein Kind sozusagen „ready“ für eine Kita-Betreuung ist.
Während der Eingewöhnung ist es natürlich ein super Indiz, wenn das Kind auf andere Kinder in der Gruppe zugeht und Interesse zeigt. Sollte dies nicht der Fall sein und das Kind eher Ängste oder überhaupt kein Interesse an der Umgebung oder den anderen Kindern zeigen, dann sollte der Kita-Start vielleicht noch einmal überdacht werden.
Geht dann auf jeden Fall ins Gespräch mit den Pädagog*innen oder der Kita-Leitung vor Ort! (ja – mit Ausrufezeichen… denn es ist so wichtig, dass ihr eure Gedanken und Sorgen nicht für euch behaltet, sondern offen in die Kommunikation geht.)
4) Das Kind akzeptiert kurze Trennungen
Euer Kind wird vermutlich am Ende der ersten Woche schon seine erste Trennung von euch erleben. Wenn es diese akzeptiert (am Anfang sind es meist nur einige Minuten), ist bereits ein großer Schritt geschafft.
Es ist ein Prozess. Nicht ohne Grund gibt es in Deutschland verschiedene Eingewöhnungskonzepte. Das Allerwichtigste ist jedoch, dass das Kind individuell betrachtet wird.
Manche Kinder schaffen eine Trennung von Anfang an, andere tun sich schwerer. Vertraut dem Prozess und euren Erzieher*innen vor Ort. Und bitte seid nicht verunsichert, wenn euer Kind am Anfang etwas weint – das darf sein.
5) Wenn euer Kind zu Hause von der Kita erzählt
Dies gilt natürlich nur für Kinder, die schon sprechen können – also eher für etwas ältere Kinder. Wenn sie zu Hause positiv von der Kita erzählen, berichten, was sie erlebt, gespielt oder gemacht haben, ist das ebenfalls ein tolles Indiz dafür, dass sich das Kind in der Kita wohlfühlt.
Zum Schluss ist mir noch etwas ganz wichtig: Vertraut der Kita – und (ich kann es nur wiederholen!) hört auf euer Bauchgefühl. Das ist das A und O.
Euer Bauch, euer Instinkt – nennt es, wie ihr wollt – zeigt euch den Weg. Und dann vertraut der Kita und dem ausgebildeten Personal vor Ort. Und ansonsten: Sucht das Gespräch! Eine gute Kita hat immer ein offenes Ohr für euch und eure Bedürfnisse.




